Lean Management - P.Gorecki & P.Pautsch (Zusammenfassung)

Lean Management, von Gorecki & Pautsch, ist meiner Meinung nach, eine hervorragende Einleitung in die Grundlagen der Lean Prinzipien. Ich war positiv überrascht, wie sehr die Ansichtsweisen von Gorecki & Pautch bezüglich LEAN, mit meiner persönlichen Vision, übereinstimmen. Darüber hinaus war ich über die anschauliche Darstellung der vielfältigen Theorien beeindruckt und über die viele Theorien die in dieses Buch klar erklärt werden.
Dieser Artikel behandelt im Wesentlichen drei große Themen, welche in diesem Buch beschrieben werden: Kaizen, Visuelles Management und  Pull Produktion.
Als Einführung aber, gibt es erst eine Übersicht von den wichtigsten Personen, welche die Idee und das Konzept, welches heute in aller Munde als „Lean“ bezeichnet wird, entwickelt haben.

 

In der Einleitung beschreiben die Autoren DIE GRÜNDER DES LEANS. Verschiedene Personen haben verschiedene Prinzipien entwickelt und damit beeinflusst, was wir heutzutage als Lean beschreiben:
Das Flow Prinzip (Henry Ford, Gründer des Fords) ist als erstes bei Autofabrikant Ford implementiert worden. In diesem Prinzip werden Autos mittels eines Fließbands durch die Fertigung gezogen, wodurch die Autos kontinuierlich in Bewegung waren.
Das Gemba Prinzip (Sakichi Toyoda, Gründer des Toyotas) ist bei Toyota definiert worden und beschreibt die Theorie, dass der wahre Grund eines Problems nur gefunden würde, durch stundenlanges beobachten des Prozesses.
Das Jidoka Prinzip (Kiichiro Toyoda, Sakichis Sohn) bedeutet, dass eine Produktionslinie (automatisch) angehalten wird, wenn ein Problem auftritt.
Kaizen (Masaaki Imai) beschreibt das Prinzip von kontinuierlichen Verbessern, durch alle, überall und immer. Dieses Prinzip ist jetzt die Basis,für die Benennung des Toyota Produktionssystems.
Supermarkten und Kanban (Taichi Ohno) sind bei Toyota weiter entwickelt worden als Ohno diese Prinzipien in den USA aufgegriffen hatte. Diese Prinzipien werden meistens beschrieben als „Bestellung nach Verbrauch“.
Single Minute Exchange of Die (SMED) und Poke Yoke (Shigeo Shingo) sind entwickelt worden, um Umstellzeiten zu verkürzen und Produktionsfehler zu vermeiden.
Der PDCA Zyklus (William Edwards Deming) ist ein zweites Amerikanisches Prinzip, dass durch Toyota übernommen wurde, und wirkt (Qualitäts-) Problemen entgegen, durch deren kontinuierliche Verbesserung.
Das Ishikawa Diagramm und der Qualitätszirkel (Kaoru Ishikawa), visualisieren die Ursache der Probleme des Ishikawa Diagramms, um (Qualitäts-) Probleme schneller zu lösen, in dem dafür definierten Qualitätszirkel.
Lean Management (Womack & Jones), zum Schluss, ist der Amerikanische Begriff welcher entstanden ist, als die Autoren das Buch Lean Thinking über die Autoindustrie geschrieben haben.

 

Der Begriff ´Lean´ ist  untrennbar mit dem Japanischen Wort KAIZEN, was ´Verbesserung zum Gute´ bedeutet, verbunden. Gorecki und Pautsch beschreiben sieben Aspekte die unter diesem Begriff fallen.
Hansei ist der japanische Begriff für Reflektion. Kontinuierliche Verbesserung ist nur möglich, wenn Mitarbeiter die Fähigkeit haben ihre eigenes Verhalten und Handeln zu beobachten, um Fehler in Verbesserungsmöglichkeiten umzusetzen.
Hoshin Kanri (Policy Deployment) bedeutet vertikale und horizontale Abstimmung und Cascading der Kennzahlen, sodass alle Abteilungen, sowie maschinelle Arbeit zum Ziel der Organisation beitragen..
Genchu Genbutsu & Gemba (Geh hin und überzeug dich selbst & der Platz wo es passiert) sind Japanische Prinzipien, die ermutigen nicht durch Papier oder Erzählungen zu verbessern, sondern  selbst Daten zu sammeln mit dem Zweck das Problem wirklich zu verstehen.  
Eine Lean Struktur ist notwendig, um die Mitarbeiter für Verbesserungen zu motivieren. Toyota hat dafür eine Struktur mit Team Leads definiert, wobei jedes Team Lead eine Gruppe von 6 Mitarbeitern unterstützt und coacht, bei der Verbesserung des Prozesses.
Diese Lean Struktur muss auch eine Möglichkeit für individuelles Verbessern (Kaizen) umfassen. Jeder Mitarbeiter soll die Möglichkeit haben innerhalb seines eigenen Arbeitsplatzes Änderungen durch zu führen, welche die Arbeit vereinfachen soll.
Es gibt Kaizen Workshops oder Kaizen Events, in welchen Verbesserungsthemen besprochen und umgesetzt werden (sollen). Die Dauer des Events soll 1-5 Tage betragen. Die Effizienz zu steigern, indem man sich intensiv innerhalb dieser Workshop Tage mit dem Thema befasst, anstatt, wie traditionell durgeführt, eine Stunde pro Woche für diese Themen aufwendet
Das Recht auf Antwort bei Verbesserungsvorschlägen umfasst ein traditionelles Problem bei Lean Strukturen, ,wobei die Reaktionszeit auf einen Verbesserungsvorschlag der Mitarbeiter/- innen zu Lnge ist. Ziel hierbei soll sein, dass der Mitarbeiter, welcher den Vorschlag eingereicht hat, nach 24 Stunden ein Feedback erhält, so wird auch die Motivation der Mitarbeiter gefördert.

 

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Das zweite Lean Management Prinzip, welches von Gorecki & Pautsch beschrieben ist, heißt VISUAL MANAGEMENT, in dem die folgenden Hilfsmitteln beschrieben werden:
Value Stream Mapping wird genutzt, um auf Managementebenen die wertschöpfenden Aktivitäten zu trennen von den nicht wertschöpfenden Aktivitäten.
KPIs oder Kennzahlen werden genutzt, um Teamleistung zu visualisieren. Die KPIs sollten direkt mit der von mir weiter oben im Text beschriebenen Hoshin Planung verknüpft sein.
´Zoning´ definiert eine Art von 6s Standards, worin gezeigt wird wie ein Arbeitsplatz aussieht. Beispiel.: Wo befinden sich welche Maschinen?
Ein Andon System kann genutzt werden um Probleme bei diesen Maschinen zu visualisieren. Jede Zone hat ein Andon, oft ein Ampelsystem, was auf Rot geschaltet wird wenn es ein Problem gibt.
Das Jidoka Prinzip, oder First Defekt Stop, ist eine Methode des visuellen Managements, worin die gesamte Produktionslinie gestoppt wird, wenn es ein Problem, aufgrund einer bestimmten Arbeitssituation gibt, welches länger als die Taktdauer anhält.
5S Prinzipien (oder 6S) helfen die verschiedenen Zonen weiter zu definieren. Bei 6S werden zum Beispiel Schattenbretter gebaut, um zu zeigen welche Materialen notwendig sind, um die Arbeit zu schaffen und zu visualisieren wenn etwas fehlt.

 

Das PULL PRINZIP beschreibt das Prinzip, dass nur so viel produziert werden soll, wie der nachfolgende Arbeitsschritt erfordert. Damit werden die Bestände zwischen den einzelnen Arbeitsschritten minimiert. Es gibt verschiedene Werkzeuge die das Pull Prinzip unterstutzen. Vom Ende (Kundenseite der Kette) bis zum Anfang des Prozesses (Lieferantenseite der Kette) sieht ein Textbuch Beispiel für den Pull Prozess folgendermaßen aus:
Die Truck Präparation Area ist eine Fläche, auf der produzierte Produkte gesammelt werden. Zweck hierfür ist die zügige Bereitstellung der Ware für den Weitertransport mittels LKW’s. Nach Möglichkeit soll hier nur die Ware für jeden einzelnen  LKW bereitgestellt werden, nicht aber für mehrere folgende LKW’s.
Ein Heijunkabord visualisiert pro Arbeitszelle welche ‚Kundenordern‘ in welchem Zeitraum (z.B.: pro Stunde) produziert werden, um die Produkte für den nachfolgenden Lkw pünktlich liefern zu können.
Kanban kann in einer Job-Shop Struktur, wobei Produkte eine verschiedene Reihenfolge von Arbeitsplätzen fordern, oder verschiedene Bearbeitungen benötigen, um die Produktteile zwischen verschiedene Zellen zu transportieren unterstutzen.
Ein Small Train (Zug) bringt idealerweise die Eingangsmaterialien von einem Zentrallager Supermarket zu allen Produktionszellen.
Dieser Supermarkt dient als Puffer für die Eingangsmaterialien, um das Intervall zwischen externen Lieferungen zu überbrücken. Je größer das Intervall der Lieferungen, desto größer muss der Supermarkt sein.
Der Milkrun ist eine Abholung, aller benötigten Materialien innerhalb eines Intervall bei verschiedenen Lieferanten,  um den Lagerbestand des Supermarktes wieder aufzufüllen.

 

Das Buch Lean Management von Gorecki & Pautsch ist eine gute Einführung in das Lean Konzept. Das Verstehen der Prinzipien von Kaizen, visuelles Management und Pull umfasst schon einen wichtigen Teil jeder Lean Initiative in einer Firma. Dieses Basisverständnis ist interessant für alle Mitarbeiter, die in einer Firma arbeiten, in der die Lean Philosophie eine Rolle spielt.

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Der Toyota Weg - J. Liker (Zusammenfassung)

QUELLE:

Gorecki, P., Pautsch, P., 2010, Lean Management, Hanser Pocket Power; München, DE (Bestell dieses Buch)

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